Dienstag, 31. Mai 2011
Dohnaer Hexe vor 400 Jahren verbrannt?
Am 30. August 2011 jährt sich der Hinrichtungstag eines fünfzehn Jahre jungen Dohnaer Mädchens, dessen Tod eine Besonderheit aufweist. Die 1596 geborene Christine Treffskorn [aus Zuschendorf] war Magd im Hause des Valentin Pfeifer, dessen Scheune sie am Am 24. Juni 1611, nachmittags zwischen 1 und 2 Uhr während der Vesperpredigt, angezündet haben soll, angeblich aus Rache gegen ihre Dienstherrin, so die Quellen.
Seltsam ist, dass in Dohna schon am 24. Februar - also genau 4 Monate zuvor - eine Scheune brannte. Allerdings die eines andern Besitzers. Es war die des Jonas Naumann. Mit dieser Scheune brannten dann in der Stadt 8 Wohnhäuser und 9 Scheunen nieder.
Für den zweiten Brand vom 24. Februar 1611 wurde, wie zu lesen ist, eine Brandstifterin gefunden, die Magd Christine Treffskorn. Sie wurde von einem Gericht in Pirna? verurteilt und dort im August 1611enthauptet und verbrannt.
Sonderbar ist nun, dass die Magd Christine nach der Enthauptung verbrannt wurde. Nach meinem Informationsstand wurde das Mädchen als Hexe hingerichtet, den diese wurden bekanntlich verbrannt. Üblich war durchaus erst die Tötung solch einer Delinquentin vor der Verbrennung und nicht, wie man es heute landläufig meint, dass damals Hexen verbrannt wurden - also bei lebendigem Leibe.
Meine Schlussfolgerung ist nun die: wenn Christine Treffskorn als Hexe verurteilt wurde, dann ist es durchaus möglich, dass die Denunzierung, Anklage und Verurteilung des Mädchens nicht unbedingt zutreffend waren. Sie könnte durchaus Opfer von Hysterie, Mißgunst, Eifersucht oder Aberglaube gewesen sein. Dieser Sache sollte man durchaus einmal nachgehen.
Bild oben - Hexenprozesse waren weniger ein Phänonen des Mittelalters, sondern der Renaissance [der Stich ist eben aus Christines Zeit und nicht selten vom Künstler übertrieben].
Labels:
Geschichte
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen