Mittwoch, 10. März 2010

Bananenrepublik Dohna: ein Bürgermeister geht gegen Kritiker vor

Eingebohrene beim Kriegstanz
Die Feder der Dohnaer Geschichtsschreibung kann nun festhalten, dass wir heute in unserer Kleinstadtkultur das Niveau der sprichwörtlichen Bananenrepublik erreicht haben.

Da hat sich ein Bürgermeister an den Arbeitgeber eines seiner Kritiker schriftlich gewandt, um ihn auf diese Art mundtot zu machen. Es kann also passieren, dass du deinen Job verlierst, wenn du dich in Dohna politisch engagierst. Das ist spätestens seit März 2010 Realität.

Nachzulesen ist ein entsprechender Tatsachenbericht auf der Seite "Standpunkte" beim Kreistagsabgeordneten Friedhelm Putzke:

"Über die hier von mir und anderen geäußerte Kritik [es ging gegen zwei Pesonen] beklagte Müller sich hinterrücks bei meinem damaligen Arbeitgeber, dem Rektor der Ruhr-Universität. Ihm schrieb Müller, dass er sich in seiner Arbeit behindert fühle und er um den Ruf der Universität fürchte, weil sein Kritiker schließlich dort beschäftigt sei.

Nun könnte man über Müllers Versuch, seine Kritiker mundtot zu machen, locker hinwegsehen, denn die ganze Sache hat nichts bewirkt. Aber nicht jeder Arbeitgeber wird die Meinungsfreiheit so hoch schätzen wie dies hier der Fall war. Auch ist keinesfalls garantiert, dass Müller bei anderen Arbeitgebern in ähnlicher Weise Kopfschütteln und Belustigung hervorruft.

Bei Menschen, die in Dohna oder Umgebung arbeiten, könnte ein Arbeitgeber eine solche Beschwerde des Stadtverwalters ganz anders aufnehmen. Etwa könnte er befürchten, in Zukunft mit Nachteilen für seine Firma rechnen zu müssen, wenn er seinen Arbeitnehmer gewähren lässt. Das könnte für diesen mit einem Maulkorb enden, im schlimmsten Fall mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes. Anscheinend wäre Müller selbst das egal – Hauptsache ihn belästigt niemand bei seinem Treiben, das zum Beispiel darin besteht, auf Kosten der Stadt Dohna studieren zu wollen.

Über Müllers unprofessionellen und charakterlosen Umgang mit Kritik sollte man sich von nun an bewusst sein. Das ist aus jedem Blickwinkel unerträglich und zeugt von fehlender demokratischer Reife – ist derzeit aber bittere Realität in Dohna. (Dr. H. P.) "

Der Geschädigte hat nun eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Müller
[CDU] verfasst und ich hoffe der Stadtrat wird in seiner nächsten Sitzung den Vorfall thematisieren. Solche undemokratischen Vorgehensweisen müssen an den Pranger der Öffentlichkeit gestellt und dürfen nicht vergessen werden.