Samstag, 3. Oktober 2009

Falschparker

buntes Auto auf dem Dohnaer MarktplatzBild Bilderserie
■ Mir ist dieses Bild mit dem bunten Bürgermeisterauto mal wieder in die Quere gekommen und ich dachte mir beim Betrachten: da stimmt doch etwas nicht. Ist das nun ein Verstoß gegen § 12 Absatz 3 Nr. 1 StVO [Parken im Einmündungsbereich]? ... da müssten eigentlich 5m Platz dahinter sein .. oder? [In anderen Kommunen wird man wegen solcher Deliktekostenpflichtig abgeschleppt. [OVG Münster, Beschluss vom 9. 6. 2000 - 5 A 5135/99].

■ Aber wer ist schon päpstlicher als der Papst, obwohl das in diesem Jahr schon so der Stammplatz des Dohnaer Bürgermeisters ist. Naja .. ist ja gut so. Die Zeiten sind ja vorbei, wo man in Dohna Knöllchen bekommt und zum Glück kann man ja jetzt in der Stadt [und in den Dohnaer Land-Provinzen] Parken wie man will.

■ An der Dohnaer Kita gibst aus derartigen Gründen zwar hin und wieder Blechschäden, weil unzulässig parkende Autos auf der Georgstraße den Ausparkern hinterhältig [im wahrsten Sinne das Wortes] im Wege stehen, aber der Trick ist ja dabei, dass letztlich nicht der falsch Parkende für solche Sachen belangt wird, sondern die unvorsichtige Ausparker-In. Wer die Polizei zum Auspark-Blechschaden herzuholt, der zahlt ein deftiges Bußgeld. Und der Falschparker bekommt einen neuen Lack gesponsert ... und natürlich nicht mal eine Rüge vom Dohnaer Ordnungsamt ... wer sollte das auch machen ????

■ Aber was sollen diese Geschichten. Was brauchen wir Knöllchen oder Ordnunsämtler? Unser neu gewählter Bürgermeister hat schon freudig verkündet, das in seiner Amtszeit viel viel weniger Knöllchendelikte in Dohna geahndet wurden. Das macht mich nun wieder sehr nachdenklich. Haben doch unsere [CDU?]-Stadträte justament nach der Bürgermeisterwahl extra einen neuen Ordnungsamt-Angestellten [Herr Glöckner CDU, Müglitztal] im Dohnaer Rathaus [teil]angestellt um auf dem Felde der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten auf Dohnaer Flur aktiv tätig zu werden. Rein logisch und mathematisch betrachtet, müssten dann die Ahndungen der Parkvergehen [gegenüber der Legislaturperiode von Bürgermeister Friedhelm Putzke] qualitativ und quantitativ fachmännischer geregelt werden und vielleicht auch mehr werden. Bürgermeister Putzke, hatte seine Knöllchen ja nur nebenher verteilt, wenn er gerade dienstlich unterwegs war. Für ihn war es quasi der Nebenjob, weil er eben nicht wegsehen konnte, wie es jetzt sein Nachfolger tut. Und sparsam war Putzke ohnehin, denn offensichtlich braucht ja eine kleine Kommune wie Dohna auch keinen hauptamtlichen Knöllchenverteiler.

■ Wenn wir der Sächsischen Zeitung Glauben schenken, dann hatte die Stadt Dohna 2007 immerhin noch 10.382 Euro Einnahmen durchs falsch Parken. 2008 waren es nur noch 4.200 Euro und für 2009 "plant" der Bürgermeister Dr. Müller 4.000 Euro. Das ist irgendwie allerliebst ... aber mal ernstlich: mal angenommen, es wäre nicht nur das Recht der Stadtverwaltung, sondern auch die Pflicht den ruhenden Verkehr in der Stadt in geordnete Bahnen zu lenken. Wenn dann ein extra Mitarbeiter eingestellt wird, der offensichtlich wenig oder nichts tut, dann ist das eine schlampige und unprofessionelle Bürgerarbeit und eine Verschwendung unserer Steuergelder.

■ Und Arbeit gab es genügend. Ich erinnere nur an die massiven Beschwerden der Dohnaer Bürger wegen der chaotischen Zustände währen der Umbauarbeiten 2008 am ehemaligen Bahnhofshotel. Falsches Parken hat etwas mit der Gefährdung von Kindern auf dem Schulweg zu tun, wenn diese etwa auf die Fahrbahn ausweichen müssen, wenn eben mal die Autos auf dem Bürgersteig stehen. Aber im Rathaus sind derzeit andere Dinge wichtiger -- ganz klar -- das sollte man verstehen.

■ Übrigens: das ständige Parken und Befahren der Fußwege durch PKW und Lieferfahrzeuge ist ein wesentlicher Grund, dass Pflasterungen auf den Bürgersteigen beschädigt werden, denn diese Bauwerke sind nicht auf solche Lasten ausgelegt. Man sehe sich mal die Dohnaer Fußwege unter diesem Gesichtspunkt genauer an ...