Donnerstag, 18. Dezember 2008

Ilsesäule aus Gorknitz

die Ilsesäule in Heidenau an der B 173Bilderserie Bild
In Heidenau steht auf der Straßenseite gegenüber der Ehrlichtmühle an der
B 173-Kreuzung vielleicht etwas unauffällig eine übermannshohe Sandsteinsäule.

Ich wurde letztens auf die Säule wieder mal aufmerksam, weil davor eine gefüllte Winterkirsche [Prunus subhirtella 'Plena'] blühte. Die Winterkirsche hatte ich fotografiert und die Säule auch und nun noch mal im Heimatmuseum drüber recherchiert.

Das originale Fragment der alten Betsäule, die noch aus katholischer Zeit stammt [um 1500?], steht ja in Dohna vor der Marienkirche [Richtung Marktplatz]. Und nun fragt man sich, warum eine Kopie des Bildstocks in Heidenau steht.

Es verhält sich so: 1953 bis 1964 stand der Stein im Heidenauer Heimatmuseum, welches aber 1964 aufgelöst und dessen Inhalt dem Dohnaer Museum zugeschlagen wurde. Der Stein kam also 1964 an die jetzige Stelle.

Bis 1953 stand der Bildstein an der Lugturm-Gaststätte in Heidenau. "Durch einen LKW der Handelsorganisation, der Ware ablieferte, war die Säule dort umgefahren worden." Mit Zustimmung des Gaststättenbesitzers wurde die Ilsesensäule daraufhin abgeholt und im Vorraum des Heidenauer Heimatmuseums in der Haeckelstraße aufgestellt.

Die Säule hat aber nicht immer am Lugturm gestanden. 1888 schreibt ein Herr Eckardt [im Heimatheft "Bergblumen"] "Die Ilsesäule am Lugthurme befand sich früher an der Gutsmauer des Oeconomen Pfeifer in Gorknitz. Derselbe hieß der "Ilse-Pfeifer" von der an seinem Gute vorüberfließenden jetzt ausgetrockneten Ilsebach, ebenso führt die Säule den Namen davon. Die Familie Pfeifer hatte das Gut über 300 Jahre im Besitz."

Also: die Säule hatte eine interessante Geschichte und es ist gut, dass man hier in Heidenau von der Stadtverwaltung her im Jahr 2000 darauf aufmerksam gemacht hat. Die Steinmetzarbeit stammt von der Heidenauer Steinmetz GmbH.

Mal sehen, ob die originale Ilsesäule nicht auch noch mal den Standort wechselt ... vielleicht nicht mehr unter freiem Himmel, wo in den letzten 40 Jahren Wetter und Schmierkünstler dem alten christlichen Denkmal zugesetzt haben.

Links: Winterkirsche Zierkirschen Baumlexikon